Wirtschaft und Beruf:
Landwirtschaft: 48 % der Bodenfläche, d.h. 4,1 Mio. Hektar, sind bebaut.
Die landwirtschaftliche Produktion bleibt weit hinter dem Bedarf zurück.
Portugal muss über die Hälfte der benötigten Nahrungsmittel einführen.
Wichtigste Agrarprodukte sind Weizen, Mais, Roggen, Reis, Oliven und
Früchte. Der Weinbau nimmt einen bedeutenden Platz ein. Die Viehzucht
ist mittelmässig entwickelt (Rinder, Ziegen, Schafe).

Fischerei: Sardinen und Kabeljau sind das Hauptnahrungsmittel der Be-
völkerung. Die Fischerei beschränkt sich nicht nur auf die Küstengewässer,
sondern erstreckt sich bis an die marokkanische Küste und die Neufund-
landbank. Die Fischfangflotte genügt den modernen Anforderungen nicht
mehr.

Bergbau: Man findet Kupfer, Zinn, Zink, Gold, Silber, Eisen, Wolfram und Uran. Ebenso werden Granit und Marmor abgebaut.

Industrie: Hauptindustriezweige sind die Nahrungsmittel-, Textil-, Beklei-
dungs- und die Schuhindustrie. Von Bedeutung sind auch der chemische
bzw. petrochemische Sektor und die Metallindustrie. Ein wichtiger Neben-
zweig ist die Korkverarbeitung. Die Betriebe sind in vielen Bereichen ver-
altet und von tiefer Produktivität.

Dienstleistungen: Wichtigster Sektor ist der Tourismus, der sich auf die Al-
garve und den Grossraum Lissa
bon konzentriert. Stark gewachsen ist in
den letzten Jahren auch der Banken- und Finanzsektor, der von der zuneh-
menden Liberalisierung im Finanzbereich profitieren konnte.

Portugal bietet nicht viele Möglichkeiten für ausländische Arbeitskräfte. Die
traditionell wichtigen Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Weinbau,
Pflanzenöl-, Kork- und Naturharzgewinnung und Fischerei verfügen über
genügend Arbeitskräfte. Die heimische Industrie ist Ausländern nur teilwei-
se zugänglich.

Das grösste Hindernis bei der Anstellung von ausländischen Arbeitskräften
ist das niedrige Lohnniveau in Portugal. In der Regel werden Ausländer nur
dann zugelassen, wenn der Arbeitgeber beweisen kann, dass
die Stelle
nicht von einem einheimischen Bewerber besetzt werden kann. Ausserdem sind gesetzliche Bestimmungen erlassen worden, die den portugiesischen
Arbeitsmarkt vor ausländischer Konkurrenz schützen sollen. Bei der Anstel-
lung von Ingenieuren, Architekten und Ärzten werden oftmals EU-Diplome
nicht anerkannt. Das Anerkennungsverfahren ist schwierig und zeitraubend.
Prüfungen müssen wiederholt werden.

Eine Auswanderung nach Portugal ist für Personen mit speziaslisierter Be-
rufsausbildung nur bedingt ratsam.


Links zum Thema:
AHK – Ausländische Handelskammer

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